Trends im Privatsektor nach der COP26

Trends im Privatsektor nach der COP26

Kurz nach dem Ende der COP26-Klimakonferenz veröffentlichte Greta Thunbergs jugendliche Umweltschutzgruppe Fridays for Future eine Erklärung, in der sie die Veranstaltung als „ärgerlich und enttäuschend“ bezeichnete. Der Präsident der COP26, Alok Sharma, hielt die Tränen zurück und entschuldigte sich bei der Delegation für „die Art und Weise, wie sich dieser Prozess entwickelt hat“.

Doch ist dies ein wahres Bild von dem, was die Konferenz erreicht hat? Unter die negative Berichterstattung mischen sich zahlreiche Berichte, die darauf hindeuten, dass die COP26-Klimakonferenz (für die Zwecke dieses Artikels werden wir sie mit COP abkürzen) effektiver war, als manche uns glauben machen wollen. Viele hoffen, dass es dauerhafte Auswirkungen geben wird, die vielleicht gerade ausreichen, um einen katastrophalen Temperaturanstieg über das vorindustrielle Niveau hinaus einzudämmen. Und wenn dies tatsächlich der Fall ist, wie wird sich dies in naher Zukunft auf die Industrie und die Investitionen des Privatsektors auswirken?

Wie wahrscheinlich ist der Wandel?

Einer der Vorwürfe, die gegen die Vereinbarung erhoben werden, betrifft die verwendeten Formulierungen. Worte wie „drängen“, „ermutigen“ und „einladen“ lassen kaum auf ein entschlossenes und direktes Handeln schließen. Wie die Umweltkorrespondentin des Guardian’s Fiona Harvey, in einem Interview für den Podcast von The Science Weekly jedoch betonte, haben diese Worte im Kontext des Pariser Abkommens eine rechtliche Bedeutung, und in diesem Zusammenhang ist das Wort „drängen“ das beste Wort, das man finden kann.

Neben den ehrgeizigen Verpflichtungen in Bezug auf Entwaldung, Methan und Elektrofahrzeuge ist ein weiterer bemerkenswerter Erfolg dieser COP die Zunahme der Länder mit langfristigen Netto-Null-Zielen. Mehr als 137 der 197 teilnehmenden Parteien haben sich zu einem Netto-Null-Ziel verpflichtet, darunter auch große Verschmutzer wie China, Indien, die USA, Russland und Japan. Diese Ziele werden in den kommenden Jahren wesentliche Veränderungen bewirken.

Die diesjährige COP hat auch eine Dynamik ausgelöst, die bis zur COP im nächsten Jahr und bis 2023 anhalten wird, einem entscheidenden Jahr für das Pariser Abkommen, in dem die teilnehmenden Länder im Hinblick auf die in Paris festgelegten Ziele bewertet werden.

Wenn Sie noch eine weitere Bestätigung dafür suchen, dass die diesjährige UN-Klimakonferenz etwas bewirken wird, müssen Sie nur einen Blick auf die COP15 in Kopenhagen im Jahr 2009 werfen. Auf der COP15 gab es viele der gleichen Kritikpunkte, doch seither wurden Fortschritte erzielt. Während früher ein Anstieg von 3 °C über die vorindustriellen Temperaturen zu erwarten war, zeigen selbst die zurückhaltendsten Schätzungen, dass dieser Wert auf 2,4 °C gesunken ist. Das ist zwar immer noch nicht genug, aber dennoch ein bedeutender Schritt nach vorn und ein positiver Antrieb für Regierungen, Konzerne, Unternehmen und Einzelpersonen, ihre Bemühungen fortzusetzen.

Das Momentum fortsetzen

Die COP26 hat vielen erneut vor Augen geführt, dass es einer gewaltigen kollektiven Anstrengung des privaten und des öffentlichen Sektors bedarf, um das Ziel von 1,5°C über den vorindustriellen Temperaturen zu erreichen und auf diesem Kurs zu bleiben.

Die Glasgow Financial Alliance for Net Zero (GFANZ) die anlässlich der COP26 gegründet wurde, ist ein Kollektiv von 450 Finanzinstituten mit einem Gesamtvermögen von 130 Billionen US-Dollar. In den letzten Jahren haben wir bereits einen vielversprechenden Anstieg privater Investitionen zur Unterstützung grüner Technologien, Dienstleistungen und Produkte erlebt, insbesondere in den vergangenen zwei Jahren.

Dabei handelt es sich nicht nur um ein Kollektiv besorgter Umweltschützer oder Finanzführer, die ihr Image aufpolieren wollen. Die GFANZ signalisiert anhaltende und wachsende Trends auf dem Markt.

Nachhaltigkeit-Trends

Trend 1: Senkung der Nachhaltigkeitskosten

Jahr für Jahr finden Unternehmen mit geringem Schadstoffausstoß auf wettbewerbsfähigen Märkten ihre Lebensfähigkeit und erzielen Gewinne. Dies ist von entscheidender Bedeutung, denn laut einer kürzlich von PwC durchgeführten Umfrage unter 325 Investoren waren 81 % nicht bereit, bei der Verfolgung von ESG-Zielen mehr als 1 % Einbußen bei ihren Renditen hinzunehmen. Investitionen in emissionsarme bis -freie Alternativen sind also nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern zunehmend auch wirtschaftlich tragfähig.

Trend 2: Ein Markt für Emissionsgutschriften

Nach sechsjährigen Diskussionen ist endlich ein Rahmen für einen globalen Kohlenstoffmarkt geschaffen worden, wie er ursprünglich in Artikel 6 des Pariser Abkommens skizziert wurde.

Die Entscheidung, Artikel 6 zu genehmigen, wird zu einer größeren Nachfrage nach Gutschriften führen, die durch kohlenstoffbindende Initiativen und Projekte erzeugt werden.

Es gibt immer noch einige Schlupflöcher, die geschlossen werden müssen. Dazu gehört der Umlauf von alten Gutschriften aus dem Jahr 2013, die die Preise drücken könnten, ndem sie den Markt mit billigen Einheiten überschwemmen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass dies erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen haben wird, die ihre Emissionen im privaten Sektor reduzieren wollen.

Trend 3: Klimaanpassung

Leider ist die Prävention nicht mehr das einzige Ziel. Die Trägheit der Erdsysteme ist so groß, dass wir uns auf die unvermeidlichen Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten müssen. Der Klimapakt von Glasgow blieb zwar hinter den Erwartungen zurück, fordert aber die Industrieländer auf, ihre Beiträge für die Entwicklungsländer zur Anpassung an den Klimawandel bis 2025 zu verdoppeln, was etwa 40 Milliarden US-Dollar pro Jahr ausmacht.

Kritiker werden darauf hinweisen, dass die Industriestaaten immer noch regelmäßig weit hinter den ursprünglich 2009 zugesagten 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr für die Entwicklungsländer zurückbleiben. Vielleicht hofft man, dass durch die Anhebung der Messlatte der Umfang der tatsächlichen Hilfe zunimmt.

Trend 4: Rechenschaftspflicht

Ein wiederkehrendes Thema unter den Kritikern der COP26 ist die Frage des Greenwashings. Eine genaue Rückverfolgung und Messung sind entscheidend, um die Sicherheit von Investitionen zu gewährleisten, und es liegt an den Investoren, ihr Portfolio vor Unternehmen zu schützen, die falsche Behauptungen über ihre ESG-Initiativen aufstellen.

In einem früheren Artikel haben wir den Einsatz fortschrittlicher NLP-Technologie (Natural Language Processing) erörtert, wie wir sie hier bei Symanto verwenden, um Behauptungen über Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in der Unternehmenskommunikation sowie einschlägige Informationen aus Branchen- und Nachrichtenberichten zu analysieren. Diese können mit Daten wie CO₂-Emissionen verglichen werden, um Fälle von Greenwashing zu identifizieren.

Wie der US-Klimabeauftragte John Kerry sagte, hat die Konferenz eine „neue Ära der Rechenschaftspflicht“ eingeleitet, die auch bei künftigen Klimakonferenzen anhalten wird. Da der Druck auf die Regierungen und den privaten Finanzsektor, ihre Ziele zu erreichen und ihre Zusagen einzuhalten, steigt, wird auch das Thema Greenwashing stärker in den Blickpunkt rücken.

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